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Sebastian Weirauch: Von den Elementen

Reihe Neue Lyrik

18,80 

Beschreibung

Sebastian Weirauch
Von den Elementen
Reihe Neue Lyrik – Band 18
Herausgegeben von Jayne-Ann
Igel, Jan Kuhlbrodt, Kulturstiftung
des Freistaates Sachsen
Hardcover, ca. 72 S.,
ISBN 978-3-948305-02-4
poetenladen Verlag, Herbst 2019

 

Wir sind kosmische Subjekte, in unserer irdischen Existenz, alles gemahnt an Raumfahrt. Es macht keinen Unterschied, ob wir untertage unterwegs sind, auf dem Wasser, in der Tiefsee oder in der Luft.  Sebastian Weirauch konfrontiert uns in seinem Debütband mit den klassischen vier Elementen (Luft, Wasser, Erde, Feuer), wie wir sie von der Antike her kennen, ohne die das Leben auf dem Planeten unvorstellbar ist. Doch es sind nicht die Elemente in ihrer puren Gestalt, sondern in ihren durch die menschliche Existenz beeinflussten Erscheinungsformen. Dies wird an jeder Stelle spürbar, und es teilen sich in den Versen auch die Verletzungen mit, die unsere Eingriffe in die Natur zeitigen, wenn es beispielsweise heißt: “Hier roch es nach Petroleum/ Aufgeblähte Robbenkörper/ trieben farblos im Wasser.”

 

Sebastian Weirauch, 1984 in Mönchengladbach geboren, lebt in Braunschweig und Leipzig. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut, an der RWTH-Aachen und an der Stanford University. 2017 promovierte er über Elfriede Jelinek. Nach Tätigkeiten als Dozent, (Radio-)journalist, Jugendbetreuer und Altenpfleger arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig. 2019 war er Finalist beim Literarischen März. Von den Elementen ist sein Lyrikdebüt.

 

Das Meer als Lebensraum

Ich wohnte in einem Nachthaus
und sah am Strand den Sand-
garnelen beim Lauerjagen zu

Mit winzigen Stiften zeichnete
ich Flutstundenlinien auf meine
Wettertafeln, passte günstige

Gezeiten ab, eines Tages würden
sie mich auf Entdeckungsfahrt führen
bis in die vier Hauptauftriebsgebiete

hinaus, doch niemals würde ich
vergessen, dass diesem Meer
auch die Nacht entstiegen war

(Aus: Von den Elementen)

 

 

Foto: privat